|
Daß die Hypnose in den Medien ein sehr stark diskutiertes Thema ist, wissen die meisten von uns. Es gibt inzwischen viele Reportagen zum Thema, die die vielseitigen Möglichkeiten der Hypnose sachlich und frei von jeglicher Polemik darstellen. Das freut natürlich.
Im Gegensatz dazu muß es schockierend wirken, wenn immer noch einige Mediziner und Psychologen mit der Hypnose nichts zu tun haben wollen. Dazu kommt mir ein konkretes Beispiel in den Sinn, das ich vor einigen Jahren in einer TV-Sendung gesehen
habe. Das Thema war Rauchen und wie man davon loskommen kann. Als Studiogast hatte man einen anscheinend recht bekannten Pharmakologen und Buchautor geladen. Im Laufe der Sendung wurde sehr offensichtlich, daß dieser die das Rauchen als rein
körperliches Problem ansieht, das auch auf einer rein körperlichen Ebene behandelt werden muß. Nun muß man dem Manne zugute halten, daß er Pharmakologe und kein Psychologe ist, doch müßte auch ihm als Mediziner klar sein, daß die Psyche des Menschen einen sehr großen Einfluß auf Verhaltensweisen ausübt.
Sicherlich spielen auch chemische Prozesse eine Rolle, wenn man das Rauchen aufgeben will. Nur weiß ich aus meiner Erfahrung, daß ein rein auf die Tätigkeit des Rauchens ausgelegtes Vorgehen oft nur kurz von Erfolg gekrönt ist. Die Betroffenen werden meist
sogar recht schnell wieder rückfällig. Pflaster oder Pillen zur Raucherentwöhnung sind gegen die körperlichen Entzugserscheinungen bestimmt ganz hilfreich, haben jedoch in der Regel schon nach kurzer Zeit "ihre Schuldigkeit getan". Mediziner gehen davon aus, daß der Zeitraum, den der Körper eines Rauchers benötigt, um die physischen Entzugserscheinungen zu überwinden, etwa eine Woche beträgt.
Was danach bleibt ist folglich eine rein psychologische Angelegenheit und vor allem die nicht zu unterschätzende Gewohnheit, die es noch zu überwinden gilt. Schließlich greift man ja oft unbewußt, nahezu automatisch in bestimmten Situationen zur Zigarette.
Dieser Teil des Unterfangens stellt der für viele angehende Nichtraucher eine besonders schwierige Hürde dar. Hier liegt der Punkt, an dem eine Raucherentwöhnung eigentlich ansetzen muß. Jeder Raucher hat andere Gründe, warum er raucht, die muß auf alle Fälle berücksichtigt werden müssen. Das erfordert natürlich stets ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen, und auch, daß man sich die Zeit zum Zuhören nimmt. Diese Zeit haben viele Mediziner heute kaum noch, und doch ist sie das, was die Betroffenen brauchen. Nur so kann man effektive Strategien gegen das Rauchen entwickeln, die mit dem Lebenswandel des Klienten im Einklang stehen. Kommunikation ist also auch bei der Raucherentwöhnung eine wichtige Komponente.
Nun wurden in dieser Sendung verschiedene Möglichkeiten der Raucherentwöhnung besprochen und als es auf das Thema Hypnose kam, tat der Pharmakologe die Sache als mittelalterlich ab. Als Alternative nannte er lediglich die schon erwähnten Pflaster und Pillen.
Der sinnvollste Weg für eine erfolgreiche Raucherentwöhnung ist jedoch, Selbstbewußtsein und innere Stärke auf- und das Interesse an der Zigarette abzubauen. Das geht am direktesten über das Unterbewußtsein, also praktischerweise mit Hypnose, was ja schon seit langer Zeit wieder angewandt wird.
Gleiches gilt im Übrigen auch für Krankheiten, denn an denen ist die Psyche immer mit beteiligt. Es existieren mittlerweile zahlreiche Bücher über die Zusammenhänge zwischen Entstehung und Verlauf von Krankheiten und der seelischen Konstitution eines Menschen. Aber das ist an sich nichts Neues, sondern, genau wie das Wissen über die Hypnose, schon einige Jahrtausende alt.
In den 50er Jahren bediente sich der amerikanische Arzt und Psychiater Milton H. Erickson der Möglichkeiten der Hypnose und erzielte damit bahnbrechende Erfolge. Außerdem revolutionierte er durch die Anwendung der Hypnose im Bereich der Psychotherapie die bis dahin gängige Denkweise, daß eine solche Therapie sehr langwierig sein müßte. Er erkannte, daß durch direkte Kommunikation mit dem Unterbewußtsein - nichts anderes ist Hypnose letztendlich - schnellere und nachhaltigere Verhaltensänderungen bewirkbar sind. Dieses Prinzip nutzen Hypnotiseure nach wie vor mit großem Erfolg, z. B. zur Raucherentwöhnung.
Hypnose ist keineswegs mittelalterlich, sondern eine wirksame Methode um Kraft, Willensstärke und Selbstvertrauen zu vermitteln. Das kann ein Nikotinpflaster nicht...
|